Ein strukturierter Prozess, konkrete Ergebnisse
Eine professionelle Marktabklärung kostet. Zeitlich: mehrere Wochen. Finanziell: entsprechend. Wir haben den Prozess mit KI-Agenten neu aufgesetzt — ohne Qualitätsabstriche, aber deutlich schneller und strukturierter als bisher.
Das ist kein Pilotprojekt. Es ist ein Prozess, den wir heute in der Praxis einsetzen.
Nicht eine Marktstudie — eine massgeschneiderte Abklärung
Der Unterschied ist wesentlich. Eine Marktstudie beschreibt einen Markt allgemein. Die Marktabklärung beantwortet die spezifischen Fragen eines Unternehmens: Welche Segmente sind für uns relevant? Wer sind unsere tatsächlichen Wettbewerber — nicht die grossen Namen, sondern die, die wirklich um dieselben Kunden kämpfen? Wo liegen unsere Differenzierungsmöglichkeiten?
Die Abklärung ist auf den Mandanten zugeschnitten — auf sein Geschäftsmodell, seinen Zielmarkt, seine strategische Ausgangslage. Das Canvas gibt den Rahmen. Der Berater gibt die Richtung.

Das Canvas als Prozessrahmen
Das Canvas zeigt die acht Bausteine einer vollständigen Marktabklärung. Von der Mandantenerfassung über Markt, Zulieferer und Wettbewerber bis zur Kundennutzenanalyse und den strategischen Fragen. Jeder Baustein hat einen definierten Input, einen strukturierten Output und einen Freigabeschritt durch den Berater.
Ohne Freigabe kein nächster Schritt. Das ist keine Bürokratie — es ist die Grundbedingung dafür, dass KI-Ergebnisse verantwortlich eingesetzt werden können.
Wie der Prozess läuft — und welche Tools wann
Der Agent startet in Cowork. Er liest das Aufgabendokument ein — Mandant, Auftrag, Zielmarkt, spezifische Fragestellungen. Das ist die Grundlage für alles Weitere.
Für die eigentliche Recherche wechseln wir zu OpenAI Deep Research. Der Grund ist pragmatisch: Deep Research ist für umfangreiche Web-Recherchen derzeit leistungsstärker. Der Agent recherchiert Marktgrösse, Marktteilnehmer, Zulieferer, Kundensegmente — strukturiert, mit Quellenangaben, in einem definierten Format.
Die Ergebnisse kommen zurück nach Cowork. Dort übernimmt Claude die Konsolidierung: Verdichtung der Rechercheergebnisse, Strukturierung der Outputs pro Canvas-Baustein, Vorbereitung der Dokumente.
Ein Exkurs zu Präsentationstools
Wir haben Gamma für die Erstellung der Management-Präsentation getestet. Das Ergebnis: visuell ansprechend, narrativ mitreissend, mit sanften Farbverläufen und fliessenden Übergängen. Kurz: es sieht aus wie Märchenerzählen. Wenn KI dann noch halluziniert, passt das gut zusammen.
Für einen Strategiebericht ist Gamma overload. Unsere Mandanten brauchen keine Dramaturgie — sie brauchen Klarheit.
Claude macht das anders. Nüchtern, analytisch, ohne dramaturgische Ambitionen. Fakten, Positionierungen, strategische Schlussfolgerungen — in einem Format, das einer Führungsdiskussion standhält. Einfach eine Präsentation, die ihren Job macht. Der Berater prüft, korrigiert und gibt frei. Erst dann folgt der nächste Baustein.
Eine vollständige Marktabklärung mit diesem Prozess liefert:
- Marktbericht (Word) mit Quellenangaben und Disclaimer
- Wettbewerberliste mit Positionierung
- Kundennutzenanalyse mit Value Map und Attribute Charts — direkt aus Excel
- Kundenlonglist mit A/B/C-Scoring
- Management-Präsentation
Die Kundennutzenanalyse aus Schritt 7 wird direkt in Excel übertragen. Von dort werden Value Map und Attribute Charts generiert und ohne Medienbruch in den Bericht und die Präsentation übernommen. Das Ergebnis ist eine vollständige, visuell aufbereitete Wettbewerbspositionierung — auf Basis strukturierter KI-Ergebnisse, nicht auf Basis von Schätzungen.
Das sind keine Rohskizzen. Es sind fertige Dokumente, die direkt im Strategieprozess weiterverwendet werden können — als Grundlage für die SWOT, für die Formulierung strategischer Fragen und für die Diskussion im Führungsteam.
Was KI gut kann — und was nicht
Die Recherche ist breiter, schneller und systematischer als bisher möglich. Ein Agent durchsucht mehr Quellen in kürzerer Zeit als ein Berater — und strukturiert die Ergebnisse in einem konsistenten Format. Was früher Tage dauerte, ist heute in Stunden erledigt.
KI kann auch eine strategische Einschätzung vornehmen und die Wettbewerber nennen, die wirklich relevant sind. Sie kann vorschlagen, welche Kundensegmente strategisch priorisiert werden sollen. Aber Welche Fragen am Ende tatsächlich entscheidend sind, das liegt in der Verantwortung der Führung — und genau deshalb ist der Freigabeschritt im Prozess keine Option, sondern Pflicht.
Wer KI unstrukturiert einsetzt, bekommt unstrukturierte Ergebnisse. Wer den Prozess klar definiert — mit Canvas, Freigaben und klarer Rollenverteilung zwischen verschiedenen KI-Tools — bekommt verwertbare, belastbare Grundlagen.
Die Marktabklärung zeigt, was möglich ist, wenn Methode und KI zusammenkommen. Nicht als Experiment. Als Prozess, der funktioniert.


